Dienstag, 21. April 2015

Die zwei Faktoren, um als Autor Erfolg zu haben!

Als Erstes wäre da eine übertrieben reißerische Überschrift zu nennen - was nicht einmal so ganz verkehrt wäre - aber, nein, sie ist kein Faktor. Sondern ein Werkzeug.
Passend zum 2. Self-Publishing-Day am 25. April in Münster nenne ich die beiden Faktoren, um als Autor erfolgreich zu werden.

Und, ja, es sind nur zwei.

Vorab den (eigentlich) dritten Faktor: Glück.*
Da Glück aber überall im Leben eine Rolle für den Erfolg spielt, ist das für mich ein so allgemein gültiges Konzept wie die Luft zum Atmen. Glück bzw. eine glückliche Fügung ergibt sich aber wiederum aus den beiden anderen Faktoren.

Die beiden Faktoren, um als Autor erfolgreich zu sein, sind

  • Sichtbarkeit
    und
  • (erfüllte) Leser-Erwartungen

Nichts sonst spielt eine Rolle. Echt nicht.
Aufschreiben. Auswendig lernen. Auf den Unterarm tätowieren.
Alles andere - Talent, Fleiß, Originalität oder Qualität - ist unter dem Strich nützliches Beiwerk. Spaß am Schreiben sollte man mitbringen. Aber ohne den würde man sich als Autor auf Dauer nun wirklich schwer tun.

Sichtbarkeit und (erfüllte) Leser-Erwartungen - es ist tatsächlich so einfach. Wäre da nicht die kleine bohrende Frage, wie man das bewerkstelligt.

Die Sichtbarkeit ist dabei der wirklich schwierige Faktor. Denn mit ihr steht und fällt der Anfangsimpuls, um das Zielpublikum zu erreichen.
Wie man sie bekommt? Dazu sind die Aussagen und Ratschläge Legion. Und alle haben sie ihre Berechtigung. Und sind doch so, als ob man Spaghetti an die Wand wirft und schaut, ob sie oder welche kleben bleiben.

Merke: Wir begehren das,
was wir (täglich) sehen.
Community aufbauen: klar. Social Media: klar. Mailingliste/Newsletter: klar. Kommunikation mit den Lesern: klar. Leserunden: klar. Marketing-Aktionen: klar. Werbematerial: klar. Blog/Homepage: klar. Der nächste Roman ist immer der wichtigste: klar.

Nach dem x-ten Artikel möchte man nur noch "Ja, okay, ich hab's kapiert! Aber ich finde trotzdem keine Leser und verkaufe trotzdem nichts!" rufen. Vor allem, wenn man trotzdem nichts verkauft ...

Es bleibt nichts übrig, als die eigene Methode, die für einen selbst funktioniert, zu finden. Das ist genauso schwer wie der eigene Schreibstil oder das eigene Genre.

Habe ich den einen Vorschlag, wie man Sichtbarkeit gewinnt?
Nein. Es geht mir darum, den Blick darauf auszurichten. Der Zweck all dieser Methoden ist, sich als Autor/als Person und die eigenen Romane sichtbar bzw. auffindbar zu machen. Nur das. Es geht vorrangig nicht ums Verkaufen! Das ergibt sich dann als Konsequenz. Sobald man sichtbar ist.

Mein einzig konkreter Tipp: Seid offen für andere Menschen.
Autoren sind gerne verschlossene Austern, ich zähle mich auch dazu. Mit einer Portion Extravertiertheit und Spaß an einem Plausch tut man sich deutlich leichter damit, Menschen für einen zu interessieren. Und mit Glück (jaja, Faktor 3) halten sie sogar aktiv nach einem Ausschau.
Glückwunsch! Damit hat man einen Fan.

Wer sich selbst vermarktet - und das tut man als Self-Publisher -, muss sich auch sein eigenes Marketing-Konzept erarbeiten.
Das eigene Konzept hängt aber auch sehr stark ab vom zweiten Faktor: den Leser-Erwartungen deines Zielpublikums.

Kenne deine Leser und kenne deine Genres. (Das sollte man übrigens auf den anderen Unterarm tätowieren lassen.) Dabei ist es nicht einmal zwingend, diese Leser-Erwartungen zu erfüllen. Man darf sie ruhig brechen. Aber man sollte sie zumindest kennen, benennen können und im besten Fall auch beherrschen.

Anders als die Sichtbarkeit sind Leser-Erwartungen verhältnismäßig leicht zu ermitteln. Es genügt schon, sich selbst zu fragen, was man gerne liest, ansieht oder hört. Und welche Aspekte einem dabei wichtig sind.
Das zu schreiben, was man selbst gerne liest, ist dabei ein so schlichter wie grundsätzlicher Ansatz. Dessen Bausteine kann man entweder analysieren - oder man erfasst sie intuitiv und hat die Vorgaben und Abläufe bereits als Leser verinnerlicht.

Es ist unangenehm (ernsthaft!), wenn man einen Roman hat, der gut ankommt - und man weiß nicht, warum.
Denn was soll man an Erkenntnis für den nächsten Roman mitnehmen? Was hat man richtig gemacht? Was vielleicht nicht? Was soll man herausarbeiten, was vernachlässigen?

Um den Erfolg realistisch abschätzen und einschätzen zu können, ist es aber auch wichtig, die Größe und den Lesehunger des Zielpublikums einzuordnen. Jede Nische hat ihre Leser, sicher. Aber gibt es für das Unter-Genre der alt-holsteinischen Bergpfarrer-High Fantasy gerade einmal 200 potenzielle Leser, darf man nicht mit 20.000 Verkäufen rechnen.

Hinter Sichtbarkeit und Leser-Erwartungen steckt der Ansatz, zu wissen, was man tut, wie man es tut und mit welchem Ziel vor Augen man es tut.
Das Ziel heißt, sich und seine Romane so sichtbar wie möglich zu machen, um damit das vorgesehene Zielpublikum anzusprechen, und damit einen (kommerziellen) Erfolg zu erringen. Nur das ist das Ziel. Nichts anderes.

Oh, und, ja, eine gehörige Portion Glück kann man dabei immer gut vertragen. Aber jeder Autor ist bekanntlich seines Glückes Wortschmied.

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* Zähigkeit führe ich ebenso wenig auf. Oder Durchhaltevermögen. Oder ausreichend Schokolade.

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